Folgende vier Säulen sind Grundlage des gemeinsamen Arbeitens und Lernens:

1. ANTHROPOSOPHISCHE GRUNDLAGEN:

Ein Verständnis von Waldorfpädagogik ist ohne Kennt­nis des ihr zugrunde liegenden anthroposophischen Welt- und Menschenbildes nicht möglich. Für Waldorflehrer ist eine fundierte menschenkundliche Ausbildung unabdingbar. Im Seminar erarbeiten wir gemeinsam Kernaussagen von grundlegenden Werken und Kursen Rudolf Steiners (Theosophie, Die Erziehung des Kindes, Erziehungskunst, Allgemeine Menschenkunde als Grundlage der Pädagogik etc.)

Dies erfolgt unter Anleitung von Dozenten und teilweise in Eigenarbeit im Seminaristenkreis, wobei es immer unser Anliegen ist, andere, neue Methoden des Lernens zu erproben. Ein wichtiger Gedanke des Seminars ist es, dass die Begriffe der Anthroposophie nicht nur abstrakt gelernt, sondern lebendig durchdrungen werden sollen. Somit wird ein konkreter und prüfender Umgang mit dem Vokabular und den Gedanken der Anthroposophie an unserem Seminar seit seiner Gründung angestrebt und gepflegt.

2. KÜNSTLERISCHE FÄCHER:

Lehrer zu werden und zu sein heißt im Sinne der Waldorfpädagogik vor allem Selbsterziehung des Lehrenden. Dazu gehört neben der Arbeit an grundlegenden Schriften vor allem künstlerisches Tun. Welche künst­lerischen Tätigkeiten dabei besonders vertieft werden, richtet sich nicht zuletzt nach den Vorstellungen und Vorlieben des jeweiligen Kurses. Darüber hinaus werden vom Einzelnen individuelle Schwerpunkte gesetzt und in Eigenarbeit geübt. Der Fächerkanon umfasst üblicherweise Sprachgestaltung, Eurythmie, Malen und Aquarellieren, Musik, Korb­flechten, Theater, Plastizieren, Schmieden und Spiele. Freie Waldorfschule Ravensburg Besonderen Wert legte Rudolf Steiner bei der Lehrerbildung auf das Üben in Sprachgestaltung, die regelmäßig über alle drei Seminarjahre hinweg Thema sein sollte.

3. SELBSTVERWALTUNG:

Die Entwicklung der sozialen Fähigkeiten begleitet ebenfalls die gesamte Ausbildungszeit. Konferenzführung und der Ausbau der eigenen Gesprächsfähigkeit dienen der Selbsterziehung und der Vorbereitung auf spätere Anforderungen an den Lehrenden. Die Beteiligung an Wirklichkeitsfragen befähigt den Lehrer, die Schüler zu selbstverantwortlichen Menschen zu erziehen.

4. METHODISCH-DIDAKTISCHE FÄCHER:

Neben den Fächern, die bevorzugt der Selbsterziehung der künftigen Lehrer dienen, sind auch mehr unterrichtspraktische Fächer (Fachdidaktik, Klassenlehrerdidaktik, Zeugnissprüche, Tafelzeichnen, Erzählübungen) Thema der Weiterbildung.

Auch hier richtet sich die Wahl der Schwerpunkte insbesondere nach den Wünschen und Bedürfnissen der Seminaristen.